Gerhard Kümmerer

Ein Betrieb mit Zukunft

Familienfoto auf dem Traktor: Sibylle und Gerhard Kümmerer mit ihren Söhnen Luka, Fabio und Mika.
Ort

Dunzendorf-Niederstetten (Main-Tauber-Kreis) g.g.A. - geografisch geschützte Angabe

Tiere

800 Schwäbisch-Hällische Mastschweine

Gerhard Kümmerer, 51, bewirtschaftet seinen gepflegten Hof in dem kleinen Ort Dunzendorf bei Niederstetten. Die Mastställe mit den Schwäbisch-Hällischen Schweinen befinden sich außerhalb, sind aber mit dem Fahrrad in wenigen Minuten zu erreichen.

Die Eltern sind stolz auf ihre Jungs. Alle drei Söhne von Gerhard und Sibylle Kümmerer, 48, sind mit dem Landwirtschaftsvirus befallen. Luka, 17, besucht derzeit das technische Berufskolleg in Tauberbischofsheim, Fabio, 13, absolviert die Realschule, Mika ist jetzt eingeschult worden. In ihrer Freizeit und in den Ferien packen die drei Jungs begeistert auf dem Betrieb mit an. Mutter Sibylle Kümmerer ist studierte Betriebswirtin und berufstätig. „Auf dem Hof bin ich fürs Catering zuständig“, sagt sie lachend und packt Kaffee und Wasser aus dem Korb.

„Wir produzieren nicht für den Weltmarkt, sondern für die Menschen in der Region“

Gerhard Kümmerer, Landwirt

„Als Vater freut es mich natürlich, dass die Söhne Interesse am Betrieb haben“, sagt Gerhard Kümmerer. Da stellt sich aber zunächst die Frage: Wie den Hof zukunftsfähig machen? 2003 hatte er Kontakt mit dem Landwirtschaftlichen Beratungsdienst Schwäbisch Hall aufgenommen und war schnell vom Konzept überzeugt:„Wir produzieren nicht für den Weltmarkt, sondern für die Menschen in der Region.“

Der Landwirt baute zwei energiesparende so genannte Pig-Port-Ställe mit „viel Luft und Licht“, in denen er nun die Schwäbisch-Hällischen mästet. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe, lobt er das Verhältnis zur Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall: „Sie nimmt nur die Betriebe auf, die zur Gemeinschaft passen.“ Das heißt für ihn: Die Fläche entspricht der Anzahl der Tiere, verfüttert wird eigenes Getreide. Ein geschlossener Kreislauf: „Die gesamte Wertschöpfung bleibt im Betrieb.“

Zweites Standbein des Kümmerschen Betriebs ist die Stromgewinnung. Photovoltaikanlagensind auf allen seinen Wirtschaftsgebäuden in Dunzendorf angebracht. Zudem hat der gelernte Landwirt, der nach der klassischen Ausbildung die landwirtschaftliche Fachschule und die höhere Landbauschule besucht hat, 2016 die Genehmigung der Bundesnetzagentur für eine 3,2 Hektar große Freiflächen-Photovoltaikanlage erhalten. „Hier erzeugen wir 2,5 Millionen Kilowatt Strom für etwa 650 Haushalte“, erklärt Kümmerer, „das trägt bedeutend zum Betriebsergebnis bei.“

Gerhard Kümmerer auf seiner Freiflächen-Photovoltaikanlage bei Niederstetten

Die die Module tragenden Metallstützen sind in den kargen Boden gerammt, darunter grünt es. Nun wird die ehemals intensiv genutzte Fläche biologisch bewirtschaftet, sie bietet Lebensraum für Wildtiere und Insekten. „Hier wird nicht gedüngt“, betont Kümmerer, „nur zweimal jährlich gemäht.“ Extensive Grünlandnutzung und emissionsfreie Stromgewinnung sind auf einer Fläche vereint.Vor allem aber haben Gerhard und Sibylle Kümmerer mit dieser Investition die Weichen nun so gestellt, „dass die nächste Generation mit dem Betrieb eine Zukunft hat“.