Hohenloher Genuss

Hohenloher Schlachtfest

Das Schwäbisch-Hällische Weideschwein ist geschlachtet – die Metzger beginnen mit ihrer Arbeit an dem Tierkörper

Ernährung, Metzger, Schwein, Tiere

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Das Schlachten spielt im Leben der meisten Menschen heute keine Rolle mehr, obwohl sie viel mehr Fleisch und Wurst als früher essen. Das stammen meist aus industriellen Mastanlagen und riesigen Schlachthöfen – Sperrzonen, die vor neugierigen Blicken geschützt sind.

Die Innereien des Schwäbisch-Hällischen Schweins werden bis zur Verarbeitung in einem Behälter aufbewahrt

Hinschauen will ohnehin kaum jemand. Filet, Kotelett und Schnitzel liegen bereits fix und fertig zugeschnitten in der Metzgerei oder abgepackt und eingeschweißt in den Kühltheken der Supermärkte. Der große Rest wandert bestenfalls in die Wurst, in den Export oder ins Haustierfutter.

Metzgermeister Philipp Brauch teilt den am Galgen hängenden Schlachtkörper in zwei Hälften

Dem Tod bei der Schlachtung nicht nur ins Auge zu sehen, sondern ihn auch zu riechen, ist nichts für schwache Nerven. Doch es ist eine elementare Erfahrung, die aus einem abstrakten Produkt wieder etwas Lebendiges macht, an Stelle der Entfremdung vor dem vakuumverpackten Stück Fleisch tritt die Erkenntnis: Ich habe es mit Tieren zu tun.

Der junge Metzgermeister beginnt mit der Zerlegung des Schwäbisch-Hällischen Schweins

Fleisch wird wieder zu etwas Besonderem, das man auch nicht jeden Tag auf den Teller bekommen muss, genau wie einst den Sonntagsbraten. Sich mit dem Schlachten auseinanderzusetzen, könnte also vielleicht auch der Weg zur Besinnung und zum Umdenken sein, und damit zu weniger, aber dafür bewussterem Fleischkonsum.

„Alles in allem war mein erstes Schlachterlebnis deutlich unblutiger als gedacht“

Birgit Schumacher, Journalistin

Gemeinsam mit Slow Food Deutschland hat die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft kürzlich im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen eine traditionelle Hausschlachtung eines Schwäbisch-Hällischen Weideschweins veranstaltet – mit dabei war die Journalistin Birgit Schumacher. In ihrem Beitrag „Hausschlachtung: wie in alten Zeiten“ schildert sie ihre Erfahrungen. Sie schreibt: „Alles in allem war mein erstes Schlachterlebnis deutlich unblutiger als gedacht.“ Der Beitrag erscheint auch im kommenden Slow-Food-Magazin.

Im Kessel garen Fleisch und Innereien des Schwäbisch-Hällischen Schweins.

Von der Bedeutung der Hausschlachtung ist übrigens auch die Agrarsoziale Gesellschaft Göttingen überzeugt. Sie hat beantragt, die Hausschlachtung als immaterielles Kulturerbe anzuerkennen.

https://www.slowfood.de/aktuelles/2019/hausschlachtung-wie-in-alten-zeiten

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