Hohenloher Leben

Aus Ferkel werden Läufer

Bauern, Nachhaltigkeit, Schwein, Tiere

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Rund neun Wochen sind vergangen, seit die Schwäbisch-Hällische Herdbuchsau Hennie im Hohenloher Freilandmuseum geworfen hat. Inzwischen sind die (nicht mehr so) Kleinen von der Muttermuttermilch entwöhnt und in einer anderen Bucht untergebracht worden.

Absetzen nennt man den Vorgang, wenn der Landwirt die Schwäbisch-Hällischen Ferkel von der Muttersau trennt (Ferkelsegen im Saustall). In diesem Fall ist es eine Agrarwissenschaftlerin, nämlich Marina Bühler vom Landwirtschaftlichen Beratungsdienst in Wolpertshausen. Sie betreut den Schaustall im Hohenloher Freilandmuseum. Dieser erfüllt neben der Zuchtarbeit eine wichtige Funktion, denn hier können Besucher jederzeit Schwäbisch-Hällische Schweine live erleben. Auf großen Schautafeln informiert zudem eine Ausstellung über die Geschichte der traditionsreichen Landrasse – der ältesten Deutschlands.

„Die weiblichen Ferkel haben jetzt die Chance, selbst Herdbuchtiere zu werden“, sagt Marina Bühler. Die Läufer, wie sie von der neunten Lebenswoche an heißen, werden zu einem Mitglied der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall gebracht, der sie aufziehen wird. Wenn die Sauen sechs bis sieben Monate alt sind, werden sie selektiert, wie es in der Fachsprache heißt.               (Serie 6: Die Zuchtwahl). Dann entscheidet sich, ob sie das Zeug dazu haben, in die Fußstapfen ihrer Mutter Hennie zu treten.

Die Wochen mit den immer hungrigen Ferkeln, die freilich zusätzlich zur Muttermilch mit Ferkelaufzuchtfutter gefüttert wurden, haben sichtlich an der Muttersau gezehrt. „Rund 50 Kilogramm hat sie seit dem Ferkeln abgenommen“, erklärt Bühler. Sie hat Hennie nun zusammen mit Herdbucheber Hektor in einer Bucht untergebracht. Denn schon vier bis sieben Tage nach dem Absetzen der Ferkel regen sich bei den weiblichen Schweinen erneut die Hormone: Sie werden rauschig – die Voraussetzung für einen Deckakt. Eber Hektor dagegen ist allzeit bereit. Ob die Verbindung der beiden, aus der bereits der vorherige Wurf hervorgegangen ist, von Erfolg gekrönt wurde, wird sich in ein paar Wochen zeigen.

Hat eine Befruchtung stattgefunden, dauert die Tragezeit 114 Tage oder – so die Eselsbrücke – drei Monate, drei Wochen und drei Tage. Dann dürfen sich die Besucher im Hohenloher Freilandmuseum in Schwäbisch Hall-Wackershofen erneut auf muntere Schwäbisch-Hällische Ferkel freuen. Wir melden uns, sobald wir mehr wissen!

www.wackershofen.de

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