Hohenloher Leben

Ein Bauernjahr (2): Beim Holzschlagen

Waldarbeit Bauern mit Motorsäge im Wald

Bauern, Nachhaltigkeit

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Es ist sonnig, trocken, kalt. „Das richtige Wetter zum Holzschlagen“, sagt Markus Ehrmann, „der Frost schützt den empfindlichen Waldboden.“ In der Serie „Ein Bauernjahr“ geben unsere Landwirte aus Herbertshausen ein Jahr lang Einblicke in ihr Leben.

Ein Bauernjahr, Blüten, Ähren, gefärbtes Laub, verschneite Landschaft

Es sind nur ein paar hundert Meter vom Hof zum Ehrmannschen Wald. Vater Helmut Ehrmann ist mit dem Traktor vorausgefahren und wartet schon. „Heute müssen wir uns ordentlich bewegen, es weht ein eiskalter Ostwind“, sagt er und reibt die Hände. Markus Ehrmann hat schon zur Spraydose gegriffen und markiert die ersten Stämme, die gefällt werden müssen.

Bauer fällt Laubbaum mit Motorsäge im Winter
gefällter Baumstamm mit Stumopf

Immer wieder geht der Blick von Vater und Sohn zu den Kronen der schmalen Kirsch-, Ahorn- und Birkenbäume. Hier hatten sie aufforsten müssen, nachdem im März 1990 Orkan Wiebke rund 200 Festmeter Fichtenwald einfach umgemäht hat, erzählt Helmut Ehrmann. Nun werde alle zehn Jahre etwa die Hälfte der Bäume rausgeholt, ergänzt der Sohn. Und dass diejenigen, die sich bereits weit unten verzweigen, die ersten sind: „Die bekommen nie einen guten Stamm.“

Beide tragen Schutzkleidung und -helme. Helmut Ehrmann startet die Motorsäge und setzt sie an. Kreischend frisst sich die Kette ins Holz. Markus Ehrmann greift den sich neigenden Stamm und spurtet los. Durch den Zug bestimmt er die Fallrichtung. Die Männer arbeiten konzentriert, jeder Griff sitzt. Mitarbeiter Benni ist eingetroffen und beginnt, die zehn bis 20 Zentimeter dicken Bäume in Richtung Weg zu ziehen. Hier ist hinter dem Traktor eine dicke Metallkette am Boden ausgebreitet, auf die das Holz geschichtet wird. Ist der Stapel groß genug, zieht Helmut Ehrmann die Kette mit der Seilwinde an und verschließt das Bündel.

Brennholz wird mit Kette zusammengezogen

„Wir lagern das Holz etwa zwei Jahre am Waldrand“, erklärt der Senior. Wenn die Äste und Stämmchen trocken genug sind, verarbeitet sie der Lohnhäcksler zu Hackschnitzeln. Der nachwachsende Rohstoff wird ökologisch sinnvoll auf dem Hof eingesetzt: „Damit heizen wir unser Haus und den Sauenstall“, sagt Markus Ehrmann. In den ersten fünf bis sechs Wochen reagieren die Schwäbisch-Hällischen Ferkel nämlich besonders empfindlich auf Kälte.

Baumstämme werden hinter der Seilwinde zusammengebunden

Sieben Hektar Wald gehören zum Hof der Ehrmanns. Sie liegen wie auch auch ein Großteil der Ackerfläche rund um den Weiler Herbertshausen. Das spart dem jungen Hofbesitzer weite Wege. Auf der Rückfahrt geht sein Blick über die im Herbst mit Wintergetreide bestellten Felder, die leicht überzuckert sind. „Hoffentlich reicht das bisschen Schnee aus, die Pflanzen vor dem Frost zu schützen“, sagt er.

Bald wird sich hier das erste Grün regen – vielleicht schon Ende März? Dann besuchen wir die Ehrmanns wieder. Schauen Sie rein!

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