Hohenloher Leben

Ein Bauernjahr (3): Im Schweinestall

Bauern, Schwein, Tiere

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An diesem Morgen begleiten wir Markus Ehrmann beim Kontrollgang durch die beiden Mastställe mit Schwäbisch-Hällischen, die er am Ortsrand gebaut hat. In der Serie „Ein Bauernjahr“ geben unsere Landwirte aus Herbertshausen ein Jahr lang Einblicke in ihr Leben.

„Zu viel Platz ist auch nichts“, sagt der Bauer. Der Laie staunt: Zu viel Platz soll schlecht sein? Markus Ehrmann erklärt: Die Schwäbisch-Hällischen Mastschweine sollen lernen, im hinteren Teil der rund 8 mal 2,50 Meter großen Bucht zu liegen und ihn sauber zu halten, im vorderen Teil zu fressen sowie zu trinken und draußen im Auslauf zu koten. Ehrmann lacht: „Ja, man muss die Schweine erziehen.“ Der Kontrollgang beweist: Die Raumtrennung funktioniert. Ein ausgeklügeltes System im Auslauf sorgt überdies dafür, dass Kot und Harn getrennt abgeleitet werden: „Dann stinkt es nicht so.“

2015 und 2017 hat der Landwirt zwei so genannte Pig-Port-Ställe am Ortsrand des Weilers gebaut. Knapp 800 Schwäbisch-Hällische Schweine werden hier gemästet. Die Ställe sind mit Stroh eingestreut, auch in großen Raufen steht das Material zum Fressen und Spielen bereit. Die Anlagen sind nicht klimatisiert, die Tiere den Außenklimareizen ausgesetzt. Das härtet ab. „Die Hällischen sind sehr widerstandsfähig bei Kälte“, hat Ehrmann festgestellt. Ein Windfang hält Zugluft vom großzügigen Auslauf fern. Damit es im Innern der Buchten warm genug ist, hält ein elektrisch betriebener Holzdeckel die Temperatur. Rund 25 bis 30 Grad sind es selbst bei Kälte, versichert Ehrmann.

„Ich will, dass es meinen Schweinen gut geht.“

Markus Ehrmann

In der Scheune nebenan lagern gewaltige Ballen mit Stroh und Heu. Hier wird auch das Futter für die Schwäbisch-Hällischen gemischt, das automatisch in die Buchten transportiert wird. Der Bauer klettert am großen Trichter hoch und schnuppert am Inhalt. „Wir füttern Gerste, Weizen, GVO-freies Soja und Erbsen“, zählt er auf, „dazu mischen wir Maiskolbensilage.“ Dieses säuerliche und leicht feuchte Futter schmeckt den Schweinen besonders, ist aber auch eine Herausforderung für den Landwirt. Nichts darf klumpen oder gar verschimmeln.

In welcher Beziehung steht Markus Ehrmann eigentlich zu den Tieren? „Ich will, dass es meinen Schweinen gut geht“, sagt er, und dass er ihnen am Abend beim zweiten Kontrollgang des Tages gerne zuschaut, wenn sie im Auslauf herumspringen. Aber ein Schwein ist kein Haustier, sondern wird im Alter von etwa acht Monaten geschlachtet. Ehrmann sieht’s pragmatisch: „Wer deshalb Herzschmerzen bekommt, kann das nicht machen.“ Ein Mitarbeiter des Betriebs transportiert die Tiere dann auf kurzem Weg zum Erzeugerschlachthof nach Schwäbisch Hall.

Der letzte Blick des Kontrollgangs gilt dem nebenliegenden Acker. Ehrmann greift in die Erde. „Noch recht feucht“, urteilt der promovierte Agrarwissenschaftler, „da besteht die Gefahr der Bodenverdichtung.“ Zwei, drei Tage will er noch warten, bis Erbsen, Zuckerrüben und Grassamen in die Erde kommen. Was es mit den Grassamen auf sich hat, erzählen wir in der nächsten Folge der Serie „Ein Bauernjahr“. Schauen Sie rein!

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