Hohenloher Leben

Zuchtschau beim Hoffest

Schwäbisch-Hällischer Eber mit Züchter Gerd Albrecht.

Bauern, Schwein

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Für die zahlreichen Besucher auf dem Sonnenhof der Familie Bühler in Wolpertshausen ist das alljährliche Hoffest vor allem ein kulinarisches Erlebnis. Für die Züchter der Schwäbisch-Hällischen Schweine geht’s an diesem Tag um mehr – um einen Pokal bei der Zuchtschau.

Wer hat schon mal ein ausgewachsenes Schwäbisch-Hällisches Schwein gesehen? Bei der Zuchtschau, die jeden letzten Sonntag im August beim Hoffest auf dem Sonnenhof in Wolpertshausen stattfindet, bietet sich am frühen Nachmittag die Gelegenheit. Der staatlich bestellte Zuchtleiter für Baden-Württemberg Albrecht Weber (Stuttgart) und die Zuchtleiterin für die übrigen Bundesländer Maite Mathes (Hannover) moderieren und erklären Laien, worauf es bei den Schwäbisch-Hällischen im Detail ankommt.

Historisches Blatt: Beurteilung eines Zuchttiers.

Erstmals hat die schweinische Schau 2013 auf dem Sonnenhof in Wolpertshausen stattgefunden. Hier haben 1984 acht Bauern mit den letzten verbliebenen Schwäbisch-Hällischen Sauen und einem Eber einen Neuanfang gewagt. 1986 haben sie die Züchtervereinigung Schwäbisch-Hällisches Schwein e.V. gegründet und damit die älteste Landrasse Deutschlands vor dem Aussterben bewahrt. Heute bilden 350 eingetragene Herdbuchsauen und neun Eberlinien die tragfähige Basis für die Zucht der Schwäbisch-Hällischen.

„Ein rassetypisches Merkmal der Schwäbisch-Hällischen ist das große Schlappohr“

Albrecht Weber, staatlich bestellter Zuchtleiter

„Das Zuchtziel beschreibt das ideale Schwein, bei der Vorführung können wir beurteilen, wie sich das Zuchtziel in der Realität darstellt“, sagt Albrecht Weber. In früheren Zeiten waren diese Schauen für die Züchter von enormer Bedeutung. Ein Siegertier im Stall zu haben bedeutete bares Geld. Heute ist die Veranstaltung vor allem eine Chance für Jung und Alt, Schwäbisch-Hällische einmal live zu bestaunen. Einen Eber mit 300 bis 350 Kilogramm sieht man schließlich nicht alle Tage. Interessierte können sich vor Ort auch über die Rettung der alten Landrasse informieren.

Gruppenfoto der Sieger bei der Zuchtschau.

Bewertet werden die Schweine im Vorführring nach den in den Leistungsprüfungen festgelegten Kriterien wie Fleischanteil, Rückenspeckdicke oder Anzahl der Ferkel. Auch das Äußere spielt eine Rolle. „Ein rassetypisches Merkmal der Schwäbisch-Hällischen ist das große Schlappohr“, erklärt der Zuchtleiter. „Die Anlagen sind schon bei den vier bis fünf Monaten alten Zuchtläufern zu sehen“, ergänzt Martin Schneider vom Landwirtschaftlichen Beratungsdienst, der für die Selektion der Zuchttiere verantwortlich ist. (Lesen Sie hier)

Die Tiere treten in vier Kategorien an: Neben den Zuchtläufern stellen sich Jungsauen, Sauen und Eber vor. Mit von der Partie sind in diesem Jahr die Herdbuchzüchter Klaus Dechent aus Wolpertshausen, Friedrich Eberhardt aus Frankenhardt-Hellmannshofen, Gerd Albrecht aus Weikersheim, Marina Bühler vom Schaustall im Freilandmuseum Schwäbisch Hall-Wackershofen, Hartmut Schweizer aus Schwäbisch Hall-Veinau, Sintha Preuß vom Klinikum am Weissenhof bei Weinsberg und Werner Leonhard aus Reichenbach/Nahe. Er hatte 2017 mit Eber Feuervogel die Konkurrenz auf die Plätze verwiesen. Man darf gespannt sein, wer in diesem Jahr das Rennen macht.

Hoffest auf dem Sonnenhof
Sonntag, 26. August 2014, ab 10 Uhr
Haller Straße 20
74549 Wolpertshausen (Autobahn 6, Ausfahrt 44)

Das Programm:
https://www.besh.de/images/2018_Hoffest.pdff

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