Josef, Rita und Felix Fauser

„Wir machen ökologische Landwirtschaft erlebbar“

Beim Biolandhof Fauser haben die Schwäbisch-Hällischen Mastschweine einen großen Auslauf.
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Ort

Mutlangen (Ostalbkreis) g.g.A. - geografisch geschützte Angabe

Tiere

140 Schwäbisch-Hällische Bio-Mastschweine
30 Kühe mit Nachzucht

Einiges macht den Hof von Josef, Rita und Felix Fauser bei Mutlangen besonders. Da ist die tolle Lage mit Blick auf die Kaiserberge der Schwäbischen Alb. Der Biolandhof ist zudem ein Lernort Bauernhof und vermarktet seine Tiere auch in der eigenen Metzgerei.

Kurz vor Mutlangen geht’s ab. Zunächst am Waldrand entlang, dann über die großen Grünflächen, auf denen Kühe und Kälber der Fausers weiden. Wir erreichen den Hof, der wie auf einem Präsentierteller zwischen dem Welzheimer Wald und dem Vorland der östlichen Schwäbischen Alb liegt – mit Blick auf Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen. „Im Winter kann es hier heftig blasen“, bestätigt Rita Fauser. 1989 haben die Fausers an dieser exponierten Stelle den Stall ihres Hofs gebaut, 1992 kam das Haus dazu, 1994 der Hofladen samt Lager und zuletzt 2009 die Hofmetzgerei.

Schweinedusche für die Schwäbisch-Hällischen Mastschweine.

In der Hofmetzgerei ist alle zwei Wochen mit sechs Mastschweinen Schlachttag; die restlichen Schwäbisch-Hällischen werden an den Erzeugerschlachthof in Schwäbisch Hall geliefert. Josef Fauser und zwei Metzger arbeiten in der perfekt ausgestatteten Wurstküche, während Rita Fauser, gelernte Küchenleiterin, im Nebenraum gekonnt eine Oberschale in Scheiben schneidet: „Das ist für unseren Grillfleisch-Mix aus drei Sorten, die mariniert und vakuumverpackt werden.“ Fleisch, Frisch- und Dosenwurst aus eigener Erzeugung werden an drei Tagen die Woche im Hofladen verkauft. Auch viele Bio-Lieferservice-Betriebe beziehen von Fausers ihr Fleisch.

Rita Fauser schneidet in der Hofmetzgerei Fleisch.

Sohn Felix Fauser arbeitet als Elektroniker. Eigentlich. Vor und nach seinem Vollzeitjob ist der 27-Jährige für die Schwäbisch-Hällischen Bio-Mastschweine zuständig. Drei Monate sind die Ferkel alt, wenn sie auf den Hof kommen. Hier werden sie in großen Buchten auf Stroh und mit Auslauf gemästet. Felix kümmert sich auch um den Ackerbau. Auf 34 Hektar werden Weizen, Hafer, Kleegras, Triticale, Ackerbohnen und Mais angepflanzt – „die Grundlage fürs Schweinemüsli“, sagt er lachend.

Nachdem er gemistet und gefüttert hat, verschafft der Jungbauer an diesem heißen Tag den Tieren mit der Schweinedusche eine Erfrischung. Aus den Schläuchen am Gitter des Auslaufs spritzt das Wasser auf die Schwarz-Weißen, die ihre Schnauzen der willkommenen Abkühlung entgegenstrecken. Zum Hof gehören zudem 30 Weidekühe und ihr Nachwuchs, eigene und Fremdpferde sowie drei schlammfarbene Wollschweine, die es sich in der Suhle gemütlich gemacht haben.

„Uns ist es wichtig, dass Kinder sehen, schmecken und fühlen können, wie ihre Lebensmittel entstehen“

Rita Fauser, Landwirtin

Als ob Hof, -laden, und -metzgerei nicht genug Arbeit machten, engagieren sich die Fausers zudem als Demonstrationsbetrieb ökologischer Landbau und Mitgliedsbetrieb im Programm Lernort Bauernhof für Kindergarten- und Schulklassen. „Uns ist es wichtig, dass Kinder sehen, schmecken und fühlen können, wie ihre Lebensmittel entstehen“, sagt Rita Fauser.

Da biegt auch schon der Bus um die Ecke. 35 Jungs und Mädchen sind an diesem Tag zu Besuch. Sie besichtigen den Hof, dürfen ein paar Runden auf dem gutmütigen Reitpferd der Fausers drehen und die Kühe mit frischem Klee füttern. Mit hörbarem Stolz in der Stimme bekräftigt Felix Fauser: „Wir machen ökologischen Landbau erlebbar.“