Birgit & Frieder Eberhardt

Die Meister der Zucht

Bauernfamilie Eberhardt steht um ein hällisches Schwein
Ort

Hellmannshofen (Kreis Hall) g.g.A. - geografisch geschützte Angabe

Tiere

120 Schwäbisch-Hällische Herdbuchsauen

8 Herdbucheber

30 Angus-Rinder

Die Schwäbisch-Hällischen sind Birgit und Frieder Eberhardt ein Herzensanliegen. Die Landwirte aus Hellmannshofen sind die bedeutendsten Züchter der alten Landrasse.

Wenn Martin Schneider vom Landwirtschaftlichen Beratungsdienst die Eberhardts besucht, ist das ein besonderer Tag. Dann werden die Herdbuchtiere aus der Zucht der Familie selektiert. Herdbuchtiere – Sauen und Eber – bilden das „Buch der Herde“, sie sind der Nukleus der Zucht. Bei der Selektion – Eber werden übrigens „gekört“ – werden die Tiere gewogen und nach fest gelegten Kriterien begutachtet. Nur Sauen mit den Noten 7 und 8 schaffen’s ins Herdbuch.

Wer Birgit und Frieder Eberhardt an einem solchen Tag beobachtet, der merkt: Die beiden sind nicht nur die wichtigsten Schwäbisch-Hällischen Züchter im angestammten Zuchtgebiet, sondern überaus engagierte Landwirte, die gut mit den Schweinen umgehen. „Wir wollen alle Tiere zu ihrem Recht kommen lassen“, sagt Birgit Eberhardt, und damit ist das Selbstverständnis der Bauern treffend beschrieben.

Die Entscheidung der Eberhardts, sich auf Schwäbisch-Hällische zu konzentrieren, erfolgte über einen Umweg. Schon Frieders Großvater Fritz Eberhardt hielt Mohrenköpfle, das belegt ein Katalog aus dem Jahr 1956. Anfang der 1970er Jahre wurde der Betrieb jedoch auf Zuchtsauen der Deutschen Landrasse und später Pietran umgestellt. Bei der Wiedergeburt der alten Rasse, der Gründungsversammlung der Schwäbisch-Hällischen im Jahr 1983, war Jungbauer Eberhardt dabei, unterschrieben hat er damals aber nicht: „Diese historische Stunde habe ich versäumt“, erinnert er sich. Dem damaligen Zuchtleiter der Schwäbisch-Hällischen, Dr. Anselm Rittler, ist es zu verdanken, dass die Eberhardts in die Zuchtarbeit mit Schwäbisch-Hällischen eingestiegen sind.

„Wir wollen alle Tiere zu ihrem Recht kommen lassen“

Birgit Eberhardt, Bäuerin

Der weibliche Nachwuchs der rund 100 Muttersauen wird an Ferkelerzeuger verkauft, die Herdbuchtiere bleiben auf dem Hof. Zu dem gehören auch rund 30 Angus-Rinder, die mit ihrer Nachzucht in Mutterkuhhaltung auf der Weide leben, vier Pferde und nächstes Jahr ein Fohlen, Hund Barnie und was sonst noch in Hellmannshofen herumspringt.

Heute müssen viele Bauern aufgeben, weil die Kinder in der Landwirtschaft keine Perspektive sehen. Bei Eberhardts ist das anders. Sohn Axel wird den Hof einmal übernehmen. Er hat zunächst die Landwirtschaftsschule in Crailsheim besucht und auf der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell seinen Meister gemacht. „Ich hatte schon immer Spaß an der Landwirtschaft“, sagt Axel. Die Büroarbeit muss ein, das weiß er, aber ihn reizt vor allem die Praxis an den Maschinen und der Umgang mit den Tieren. „Wenn sie nervös sind, muss man mit ihnen reden und sie streicheln, das wirkt“, hat er gelernt. In Freundin Rebecca hat er eine verständnisvolle Partnerin gefunden: „Unser erstes Date war auf dem Bulldog beim Ackern.“