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Ökolandbau im Aufwind

Haben gut lachen: Diese Schwäbisch-Hällischen Schweine leben und suhlen sich auf der Weide im Hohenloher Land.

Bauern, Nachhaltigkeit, Ökologie

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Verbraucher fragen immer mehr nach Produkten aus ökologischem Anbau, und immer mehr Landwirte steigen um. Heute wird mehr als jeder zehnte Hof in Deutschland von einem Bio-Bauern bewirtschaftet. Auch 2017 ist der ökologische Landbau deutlich gewachsen.

Das belegen Zahlen, die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) in dieser Woche bekanntgab. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche stieg im vergangenen Jahr um 9,7 Prozent, die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe um 8,3 Prozent. Und das, obwohl der Anteil landwirtschaftlicher Nutzfläche in den Jahren 2000 bis 2016 von 53,1 auf 51,1 Prozent der Gesamtfläche sank und viele Bauern aufgeben mussten. 2017 reduzierte sich die Zahl aller Höfe um etwa 7600 auf 267 800 Betriebe.

Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerin (CDU). Foto: BMEL

„Wie ein Landwirt wirtschaftet, das obliegt jedem Unternehmer selbst“, kommentierte die Ministerin die Zahlen, „aber es liegt an den politischen Rahmenbedingungen, ob wir Hürden senken und Bauern Mut machen, den Weg des Biolandbaus zu gehen.“ Der ökologische Landbau sei neben der konventionellen Landwirtschaft eine wichtige Säule der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft.

Das ist keine Frage für Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW): „Mehr Bio ist gut für alle. Für die Kunden, die immer mehr Bio von hier kaufen. Für Biene, Hase oder Feldlerche, die von der umwelt-, klima- und artenschonenden Produktion profitieren. Und natürlich für die Bauern, die durch stabile und gute Preise von ihren Produkten leben können.“

„Unser Ziel, das wir im Koalitionsvertrag vereinbart haben, ist 20 Prozent Ökolandbau bis 2030“

Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerin (CDU)

Die Landwirte hierzulande haben das längst erkannt. Zwischen 2016 auf 2017 haben in Baden-Württemberg 992 Bauern auf ökologische Landwirtschaft umgestellt. Das Bundesland liegt mit 7734 Bio-Bauern auf Platz zwei hinter Bayern (8195). Bei den Hohenloher Bauern, die sich zur Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall zusammengeschlossen haben und beispielsweise Schwäbisch-Hällische Schweine züchten und mästen, beträgt der Bio-Anteil sogar über 30 Prozent.

So weit, diese Zahl für ganz Deutschland anzustreben, will die Ministerin nun doch nicht gehen. Immerhin bekräftigte sie: „Unser Ziel, das wir im Koalitionsvertrag vereinbart haben, ist 20 Prozent Ökolandbau bis 2030.“

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